Das Vinxtbachtal

Der Frater Kellermeister

Entstehung des antonius bildstock bei Waldorf

Rubrik: Sagen und Legenden

Orte: Waldorf – Königsfeld

Den Vinxtbach aufwärts von Waldorf nach Königsfeld zu liegt rechte Hand das Schnellchestal. Es liegt 2oom vom Sündenwieschen entfernt in Richtung Königsfeld. Von dort geht es steil Bergauf.

Hier geschahen schon seit dem Mittelalter merkwürdige Dinge. Ganz oben, wo die Quelle des Schnellchestales ist, soll die Wolfsschlucht gewesen sein, die auch heute noch so heißt. hier sollen Kaspar und der Geist die Wunderpatrone für Max gegossen haben. In der Oper der Freischütz wird diese Szene besungen

Autofahrer die anhielte und Ihr kleines Geschäft verrichteten hören in tiefer Nacht auch heute noch ganz weit entfernt den Jägerchor und die Arie des Eremiten. Pilzsucherinnen sollen ganz oben im dichten Tannenwald Agathe und Max mit der Flinte gesichtet haben. Sie hörten dabei den lieblichen Gesang der Jungfrauen. (wir binden dir den Jungfernkranz).

Ein Eremit hatte dort oben eine Klause, wo heute auf dem Wildacker ein Jagdstuhl steht. Zu diesem frommen Mann kam eines Abends ein Mönch. Ich bin der Bruder Antonius, Benediktiner aus Maria Laach. „Tritt ein mein Sohn“, sprach der Einsiedler, „du wirst bestimmt Hunger und Durst haben, ich werde dir ein Mahl bereiten“. “Hunger habe ich, ein wenig aber Durst nicht. Ich bin der Frater Kellermeister aus Maria Laach und komme von der Ahr, wo ich guten Wein eingekauft habe. Ich habe in den Kellereien von Heimersheim und Ahrweiler so viel zur Verköstigung bekommen so dass ich ein wenig trunken bin. Aber die Fuder, die ich bestellt habe, ist guter Trink und Messwein für die Gesundheit meiner Brüder im Kloster”. „Bleibe heute Abend mein Gast, Bruder Antonius, der Tag hat sich schon geneigt und in meiner Zelle ist auch Platz für zwei“ sprach der Einsiedler. Der Bruder nahm das Angebot dankend an und sprach: „Der Herr segne dich in deiner Großzügigkeit und Nächstenliebe. Nach Laach komme ich sowieso diese Nacht nicht mehr und müde bin ich auch vom Fußmarsch von der Ahr. Man hört auch sonderbare Dinge hier aus der Gegend, unterhalb vom Bausenberg im Bereich Beuers soll ein brünstiges Weib sein Unwesen treiben“. „Oh ja“, sprach der Eremit, „davon habe ich auch schon gehört, Sie hat im Wald dahinten schon manchen frommen Pilger verführt. Sei auf der Hut!“. Und so blieb der Frater Kellermeister eine Nacht in der Einsiedleier. Morgens nach dem Frühstück verabschiedeten sie sich nicht ohne Gastgeschenk, aus seinem Reiserucksack zog er eine Flasche Rotwein von der Ahr um diese dem Eremiten zu überreiche. Der Einsiedler bedankte sich recht herzlich für die Flasche, und ermahnten Bruder Antonius nochmals er soll sich vor der Beuers Hexe in Acht nehmen.

Ein Bürger aus Rodder sah ihn noch wie er über dem Vinxtbach im Wald verschwunden ist. Von da an hat man von ihm weder gehört noch gesehen, er ist nie mehr in Laach eingetroffen. Die Fuhre Wein ist 8 Tage später in Laach angekommen. Man suchte ihn und suchte ihn, mehr als ein halbes Jahr lang, man fand aber nichts. Das Gerücht ging um das die Beuers Hexe ihn abgefangen und verhext hätte. Der Konvent von Maria Laach ließ ihm für seine Verdienste, Arbeit und Einsatz für das Kloster einen Bildstock zum heiligen Antonius zu seiner Ehre in Beuers zwischen Waldorf und Niederrissen aufstellen.

Quelle: Aus den Erinnerungen von Josef Schmitz